Forschung, Seminare, Verkehrssicherheitsaktionen

Wir beschäftigen uns außerdem u.a. mit folgenden Projekten und Themenbereichen:

Studie zur Problematik "Müdigkeit am Steuer"

Laut ASFINAG sind rund 30 % aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen auf die akute Übermüdung der Lenker zurückzuführen. Im Rahmen von Nachschulungskursen hat unser Institut das Phänomen „Müdigkeit am Steuer“ untersucht.

Die Ergebnisse zeigen: Über ¼ der befragten Lenker ist bereits am Steuer eingeschlafen. Obwohl rund zwei Drittel der übermüdeten Fahrer Angst vor einem drohenden Sekundenschlaf hat, setzen viele ihre Fahrt unter Anwendung von, fälschlicherweise effektiv eingeschätzten Gegenmaßnahmen, fort und unterbrechen die Fahrt erst viel zu spät. Autofahrer, die am Steuer eingeschlafen sind, weisen in mehreren körperlichen und fahrspezifischen Symptomen signifikant stärker Ausprägungen auf, als Lenker, welche „nur“ müde gewesen sind. Diese Unterschiede können als „letzte“ Warnsignale für einen drohenden Sekundenschlaf interpretiert werden.

Untersuchung der Persönlichkeit von Geisterfahrern

Nahezu täglich lassen Geisterfahrermeldungen die Autofahrer auf Österreichs Straßen aufhorchen. Ergebnisse zeigen: Geisterfahrer unterscheiden sich im verkehrspsychologischen Persönlichkeitstest signifikant von Nicht-Geisterfahrern. Emotional labiler, niedrigere Selbstkontrolle und ein geringeres soziales Verantwortungs- bewusstsein – in diesen Punkten unterscheiden sich Geisterfahrer deutlich von Nicht-Geisterfahrern.

Geisterfahrer beschreiben sich signifikant häufiger als launisch, leicht zu beunruhigen und ungeübt im Umgang mit alltäglichen Belastungen. Sie weisen zudem eine signifikant niedrigere Selbstkontrolle auf, sehen sich undiszipliniert und nachlässig und bevorzugen leicht erlangbare Ziele.

Geisterfahrer sind eine ernstzunehmende Gefahr auf Österreichs Straßen. Die Lösung, um Geisterfahrten vorzubeugen, sehen wir in einem dreiteiligen Maßnahmenpaket:

Verkehrssicherheitskampagnen von Schülern für Schüler

Seit Jahren zeigen Statistiken und Verhaltensbeobachtungen aus der Praxis, dass Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren die am meisten gefährdete Personengruppe im Straßenverkehr sind. Bei der Veröffentlichung der neuesten Unfallstatistik zeigte sich, dass sich die Zahl der verletzten 15- jährigen Mopedlenker seit 2002 versechsfacht (!) hat.

Dieser dramatische Zuwachs an Unfällen, das oft fehlenden Gefahrenbewusstsein der Jugendlichen und der häufig große Druck der Peergroup waren Anlass, sich in einer Verkehrssicherheitsaktion mit der Gruppe der zukünftigen Mopedausweisbesitzer bzw. den bereits stolzen Besitzer eines solchen Ausweises auseinanderzusetzen. Das Ergebnis der einjährigen verkehrspsychologischen Begleitung: ein Verkehrssicherheitsplakat sowie ein Radiospot zum Thema "Alkohol und Mopedfahren".

Wissenschaftliche Beiträge auf Kongressen und Fachtagungen

Wir sind bemüht, Problem- und Fragestellungen, welche sich im Rahmen der praktischen verkehrspsychologischen Arbeit ergeben, in Form von wissenschaftlichen Studien aufzuarbeiten und zu analysieren. Unser Anliegen ist es, unser Wissen aus der Praxis in die Forschung einfließen zu lassen und die neuesten Ergebnisse aus der verkehrspsychologischen Forschung wiederum direkt für unsere Klienten zu nützen. Die innovativen Erkenntnisse, werden zudem regelmäßig auf Kongressen, bzw. Fachtagungen präsentiert und in Fachzeitschriften publiziert.